Eine neue Generation wächst heran

Im Jahre 1975 ging das Kinderheim mit einer neuen Konzeption, die weitreichende pädagogische und organisatorische Veränderungen mit sich brachte, in die Trägerschaft des Caritasverbandes Wiesbaden über und wird seitdem von dem engagierten Heimleiter Otmar Mühlan und seinem Team erfolgreich geleitet.

Zu seinem neuen Konzept sagt Mühlan: »Im Laufe der Jahrzehnte hatte sich das Lebensziel der Jugend verändert.«

Die Hausgruppen, jetzt von neun Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10-18 Jahren belegt, arbeiten relativ autonom und strukturieren ihren Alltag und alle damit verbundenen Notwendigkeiten - sowohl organisatorischer, wie verwaltungstechnischer und hauswirtschaftlicher Art - weitgehend selbständig.

Dies stellt hohe Anforderungen an die Mitarbeiter aber auch an die Kinder und Jugendlichen selbst, die mit zunehmendem Alter verstärkt in die Belange ihrer Gruppe mit eingebunden werden und dadurch zu eigenverantwortlichem Handeln gelangen.


»DIE KONZEPTIONELLEN MERKMALE SIND:
- das Angebot eines kontinuierlichen und kontrollierten Lernfeldes

- gemeinschaftliches Leben in einer Kleingruppe unter Berücksichtigung der individuellen Eigenarten und Bedürfnisse

- weitgehende Kontinuität der Bezugspersonen

- partnerschaftliche Zusammenarbeit der Kinder/Jugendlichen und Erwachsenen

- bewußte Öffnung zur sozialen Umwelt

- Betreuung und Beratung der Herkunftsfamilie.«

 

»ALS PÄDAGOGISCHE ZIELSETZUNG GELTEN
- das Aufarbeiten der psychischen und physischen Behinderungen

- Stabilisierung durch einen festen Rhythmus im Tagesablauf/Schulbesuch. Arbeitsstelle und längerfristigen Freizeitschwerpunkten

- Hilfe zur altersgemäßen Mitverantwortung und Mitgestaltung des eigenen Lebens

- Aufbau eines an christlichen Werten orientierten Menschenbildes.

So wurden im Verlauf der letzten Jahre verstärkt differenzierte Angebote von den Heimen der Jugendhilfe gefordert. Diesen Anforderungen der Jugendämter, sich den veränderten Bedürfnissen zu stellen, konnte sich auch das Antonius-Kinder- und Jugendheim nicht verschließen.«


»DIESE ENTWICKLUNG WIRKTE SICH IN WIESBADEN WIE FOLGT AUS;
- 1978 Gründung und Bezug einer Wohngruppe für Jugendliche in Wiesbaden-Erbenheim.

- 1983 Umzug der Verwaltung aus einem der Bungalows in das ehemalige Bauernhaus. Im frei gewordenen Haus wurde daraufhin eine Verselbständigungsgruppe eingerichtet. Hier  werden sechs Jugendliche oder junge Erwachsene auf ihren Auszug aus dem Heim gezielt vorbereitet.

- Seit 1. 9. 1983 wird das »Außenbetreute Wohnen« ermöglicht. Hier werden jeweils junge Erwachsene, nachdem sie aus dem Antonius-Kinder- und Jugendheim ausgezogen sind, von einem Sozialpädagogen in Stadtwohnungen weiter betreut. Hierdurch wird ein Übergang geschaffen, von der stationären Dauerunterbringung in Gruppen zu einer realen Wohnform, die junge Erwachsene befähigen soll, ihr Leben allein zu gestalten.

- 1985/86 Neubau und Inbetriebnahme der Tagesheimgruppe »Paul-Körner-Haus« des Antonius-Kinder- und Jugendheims in Wiesbaden.

Hinzu kommen pädagogische Sondermaßnahmen, um aktuelle Probleme sofort und unbürokratisch anzugehen.
Hier stellt das Antonius-Kinder- und Jugendheim erfahrene Sozialpädagogen zur Verfügung.
Insgeamt werden z.Zt. 70 Kinder und Jugendliche von 44 Mitarbeitern betreut.
Alle Kinder/Jugendliche gehen entweder in öffentliche Schulen oder erlernen einen Beruf.«

Die Grundsteinurkunde

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